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Wirtschaftsethik

Das Vertrauen in die Soziale Marktwirtschaft in Deutschland ist durch die Finanz-, Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise erschüttert worden. Dabei lebt die Soziale Marktwirtschaft davon, dass die Menschen ihre Wertvorstellungen, Verantwortungszusammenhänge, aber auch ihre Handlungsgrenzen kennen und teilen. Nur so kann die Basis für ein vertrauensvolles Miteinander gewahrt werden.

Ethik und Ökonomie gehören zusammen

Ziel eines Unternehmens muss es sein, wettbewerbsfähig und erfolgreich zu sein. Nur dann kann es in der Gesellschaft wirken und Arbeitsplätze schaffen, Lebensperspektiven bieten, zu Wohlstand und Fortschritt beitragen sowie soziales Engagement zeigen. Gewinn ist ein Zeichen dafür, dass der unternehmerische Kurs richtig ist. Er ist die Basis für Zukunftsinvestitionen und deshalb unverzichtbar. Das Gewinnstreben von Unternehmen ist also nicht nur eine ökonomische Notwendigkeit, sondern auch unter ethischen Gesichtspunkten wünschenswert.

Wirtschaft dient dem Wohl der Menschen

Die Wirtschaft ist kein Selbstzweck, sondern dient dem Wohl der Menschen in mehrfacher Hinsicht: Die zentrale Aufgabe von Unternehmen ist es, mit ihren Produkten und Dienstleistungen die Bedürfnisse und Wünsche ihrer Kunden zu befriedigen. Damit nützt die Wirtschaft den Menschen, indem sie diese mit Gütern und Dienstleistungen in ausreichender Menge, zu marktfähigen Preisen und mit der gewünschten Qualität versorgt. Außerdem eröffnet die Wirtschaft Menschen als Beschäftigte Chancen zur Sicherung der eigenen Existenz, zu gesellschaftlicher Teilhabe und persönlicher Entfaltung. Durch Steuern, Sozialabgaben und gesellschaftliches Engagement leisten Unternehmen einen wichtigen Beitrag zu einem solidarischen Miteinander. Wohlstand und Fortschritt werden nicht zuletzt im großen Maße nur durch erfolgreiches Wirtschaften ermöglicht.

Wohlstand braucht Wettbewerb und Leistung

Wirtschaften zum Wohl der Menschen braucht Wettbewerb, denn nur er spornt Unternehmen fortwährend zu Bestleistungen bei der Produktion von Gütern oder der Erbringung von Dienstleistungen an. Nur Wettbewerb führt zu Vielfalt bei Gütern und Dienstleistungen. Außerdem sorgt der Wettbewerb dafür, dass sich Güter und Dienstleistungen an den Bedürfnissen der Verbraucher orientieren. Wirtschaftlicher Erfolg setzt Leistung voraus, wofür die Aussicht auf Gewinn ein geeigneter Anreiz ist. Nur durch Höchstleistungen können Innovationen und Fortschritt überhaupt entstehen. Dabei muss der Wettbewerb fair geführt werden, was in Deutschland der verbindliche Ordnungsrahmen der Sozialen Marktwirtschaft garantiert. Diese sorgt auch für einen Ausgleich in der Gesellschaft, indem sie soziale Härten abfedert und Chancen für jeden offenhält.

Wirtschaft braucht Werte

Die Zukunftsfähigkeit und Erfolge von Unternehmen basieren maßgeblich auf ethischem Verhalten. Werte wie Verlässlichkeit, Integrität, Respekt und Vertrauen sind unerlässlich für ein nachhaltiges und langfristig erfolgreiches Wirtschaften. Durch ein von Freiheit und Flexibilität geprägtes Arbeitsumfeld werden Kreativität und Innovationskraft der Mitarbeiter gefördert. Des Weiteren fordern auch immer mehr Kunden von Unternehmen ein verantwortungsbewusstes Wirtschaften ein. Wem kein Vertrauen entgegengebracht wird oder wer als verantwortungslos gilt, findet keine Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter. Daher ist moralisches Handeln eine unentbehrliche Grundlage jeder wirtschaftlicher Interaktionen, bringt Vorteile für alle und lohnt sich auch betriebswirtschaftlich. Viele Unternehmen definieren sich über ihre soziale Unternehmenskultur, haben Ethik oder Vielfalt als Markenzeichen. Soziale Verantwortung als Teil jeder Unternehmenskultur entspringt dem Modell der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland.

Wirtschaftlicher Erfolg basiert auf Mitarbeitern

Unternehmenserfolg wäre ohne die Qualifikation, Kreativität und Leistung der Mitarbeiter nicht denkbar. Deshalb bietet eine gute Personalpolitik den Mitarbeitern Chancen zur Entfaltung ihres Potenzials. Führungskräfte haben dabei eine wichtige Vorbildfunktion. Ihr Handeln sollte von Verlässlichkeit und Verantwortungsbewusstsein, von erfolgs- und werteorientierter Führung gekennzeichnet sein. Damit nehmen sie großen Einfluss auf die Unternehmenskultur, die wiederum das Miteinander der Mitarbeiter prägt. Auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel ist ein verantwortungsbewusstes Unternehmensbild ein Vorteil im Wettbewerb um die besten Köpfe.

Globales Handeln fördert und fordert

Durch die Globalisierung wachsen Märkte zusammen und wechselseitige Abhängigkeiten nehmen stetig zu. Globales Wirtschaften führt zu einer engen Zusammenarbeit und ist für alle Beteiligten ein Gewinn. Investitionen von Unternehmen in Schwellen- und Entwicklungsländern schaffen vor Ort Arbeitsplätze, fördern das Wirtschaftswachstum und verbessern als Folge die Lebensumstände der Menschen. Ökonomische Studien zeigen zudem, dass bei multinationalen Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern in der Regel weit überdurchschnittliche Arbeitsbedingungen im Vergleich zu den ortsüblichen herrschen. Unternehmen stellen hohe Standards nicht nur an sich selbst, sondern zunehmend auch an ihre Zulieferer, soweit sie darauf Einfluss ausüben können. Auch globales Wirtschaften braucht eine Rahmenordnung, wofür die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen ein Beispiel sind. Sie geben vor, was verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln in Bereichen wie Umwelt, Menschenrechte und Soziales ist. Bisher haben 46 Länder die Leitsätze unterzeichnet.

Initiativen der BDA
  • Unterzeichnung der „Charta der Vielfalt“, November 2014
  • Unterzeichnung des „Leitbildes für verantwortliches Handeln in der Wirtschaft“, Wittenberg-Zentrum für globale Ethik, April 2014
  • „CSR-Germany“: Internetportal von BDA, BDI, DIHK und ZDH mit Praxisbeispielen sozialen Engagements deutscher Unternehmen

Selbstverpflichtung der Wirtschaft

Mehr Vertrauen in und stärkere Zustimmung für die Wirtschaft will die Initiative „Leitbild für verantwortliches Handeln in der Wirtschaft“ erreichen. Moderiert vom Wittenberg-Zentrum für globale Ethik, haben mittlerweile zahlreiche Unternehmen und Organisationen, darunter auch die BDA, das Leitbild unterzeichnet. Damit verpflichten sie sich zu konkreten Maßnahmen, die auf ein zugleich erfolgs- und werteorientiertes Wirtschaften zielen und fest in den Unternehmen und Organisationen verankert werden sollen. So werden sichtbare und vor allem überprüfbare Standards wirtschaftlichen Handelns etabliert, die dem Vertrauensverlust der Menschen entgegenwirken.


Prinzipien verantwortlichen Handelns in der Wirtschaft

    • Die Wirtschaft muss das Wohl der Menschen fördern.
    • Wirtschaften zum Wohl der Menschen erfordert Wettbewerb.
    • Wirtschaften zum Wohl der Menschen beruht auf Leistung.
    • Wirtschaften zum Wohl der Menschen erfolgt global.
    • Wirtschaften zum Wohl der Menschen verlangt Nachhaltigkeit.
    • Wirtschaften zum Wohl der Menschen setzt verantwortliches Handeln der Entscheider voraus.

Quelle: Leitbild für verantwortliches Handeln in der Wirtschaft, April 2014

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Dezember 2018