24.09.2007

Position der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände zur Nettolohndebatte

Der drastische Anstieg der vom Arbeitnehmer abzuführenden Steuern und Sozialbeiträge um 66 Prozent in den letzten 20 Jahren belegt, dass die Abgaben in Deutschland immer noch viel zu hoch sind. Während die Arbeitskosten der Arbeitgeber in den letzten zwanzig Jahren um 104 Prozent gestiegen sind, haben gleichzeitig die Nettolöhne und –gehälter um 90 Prozent zugenommen. Das zeigt, dass der Staat Arbeit immer stärker mit Steuern und Sozialabgaben belastet. Arbeitnehmer müssen endlich wieder mehr von dem behalten, was der Arbeitgeber für sie aufwendet. Dazu muss die Bundesregierung das vorhandene Entlastungspotenzial voll ausschöpfen. Es reicht nicht aus, den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung wie von der Bundesregierung geplant nur auf 3,9 Prozent zu senken. Eine weitere Beitragssenkung auf 3,2 Prozent ist sowohl notwendig als auch solide finanzierbar. In die völlig falsche Richtung gehen die geplanten Leistungsausweitungen in der Pflegeversicherung. Statt die Finanzierung vom Arbeitsverhältnis abzukoppeln und den Einstieg in die Kapitaldeckung einzuleiten, drohen dadurch zusätzliche Beitragslasten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Höhe von 0,25 Beitragspunkten.

Die moderate Lohnpolitik der letzten Jahre hat einen wichtigen Beitrag zum gegenwärtigen wirtschaftlichen Aufschwung und damit zur positiven Beschäftigungsentwicklung geleistet. Die Grundsätze für eine beschäftigungsorientierte Lohnpolitik müssen von den Tarifvertragparteien aller Branchen weiterhin verfolgt werden. Lohnsteigerungen müssen sich auch zukünftig am Produktivitätsanstieg orientieren. Lohnerhöhungen, die über dem tatsächlichen Anstieg der Wertschöpfung liegen, würden die Wettbewerbsbedingungen der deutschen Unternehmen wieder verschlechtern und damit Arbeitsplätze gefährden. Steigende Löhne schlagen sich in höheren Arbeitskosten nieder, die in Deutschland im internationalen Vergleich immer noch sehr hoch sind. Eine Kompensation für eine steigende Steuer- und Abgabenlast hat in einer beschäftigungsorientierten Lohnpolitik nichts zu suchen.
WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN