17.10.2007

Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt zum 30. Todestag von Hanns Martin Schleyer

Morgen vor dreißig Jahren ist Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer dem feigen Mordanschlag einiger irregeleiteter Terroristen zum Opfer gefallen. Noch heute löst die Tat Bestürzung, Unverständnis und Trauer aus; auch dreißig Jahre nach der grausamen Tat ist das Entsetzen groß; auch heute stehen wir noch fassungslos vor den Bluttaten der Terroristen.

Hanns Martin Schleyer war ein vehementer Verfechter des Prinzips „Freiheit in Verantwortung“. Für ihn gehörte zur wirtschaftlichen Freiheit zwingend auch die soziale Verantwortung des Unternehmers. Er war eben nicht der Verfechter eines schranken- und zügellosen Kapitalismus, zu dem ihn seine Mörder stempeln wollten. Hanns Martin Schleyer stritt hart für seine Überzeugungen, aber nie unfair - und stets mit dem Respekt vor der Meinung und der Freiheit des Anderen. Er war immer bereit, im Interesse der Menschen und der Sache den Kompromiss zu suchen.

Hanns Martin Schleyer war ein jenseits aller ideologischen Grenzen kompetenter und konstruktiver Gesprächspartner, der seine Freundschaften intensiv pflegte. Dies und seine Verlässlichkeit haben ihn zu einem über die Maßen geschätzten und respektierten Gesprächspartner für Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften gemacht.

Hanns Martin Schleyer wurde Opfer eines blinden Fanatismus, so wie all die anderen Opfer des Terrorismus auch. Das Jahr 1977 war der traurige Höhepunkt von Staatsterroristen und ihrer verbrecherischer Taten. Sie wollten die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland zerstören, indem sie Menschen brutal ermordeten. Die Opfer des Terrorismus sind auch heute noch für uns ständige Mahnung: Sie mahnen uns, dass unsere freiheitliche Demokratie nicht selbstverständlich und allzeit gesichert ist. Sie mahnen uns auch, dass Staat und Gesellschaft verbindliche Grundlagen für das friedliche Zusammenleben aller benötigen. Schließlich mahnen sie uns, dass wir alle immer wieder bereit sein müssen, den Rechtsstaat sowie die Grundlagen und Grundwerte unseres Gemeinwesens nicht nur zu pflegen sondern auch zu verteidigen.

PRESSE - INFORMATION Nr. 79 / 2007, 17.10.2007
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