06.08.2008

Thomas Sattelberger: Bund und Länder müssen mehr Studienplätze schaffen

Zu der steigenden Zahl der Studienberechtigten erklärt Thomas Sattelberger, Vorstand Personal der Deutschen Telekom AG und Vorsitzender des gemeinsamen Arbeitskreises Hochschule/Wirtschaft von Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und Hochschulrektorenkonferenz (HRK):

Es ist volkswirtschaftlich fahrlässig, Investitionen im Hochschulbereich auf den Sankt-Nimmerleins-Tag zu verschieben. Wir brauchen in der Tat eine „Bildungsrepublik Deutschland“. Dafür sollten sich Bund und Länder nachhaltig einsetzen. Der Fachkräftemangel insbesondere in den MINT-(Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) Qualifikationen lastet schwer auf Unternehmen. Das Ruder muss jetzt
herumgerissen werden, damit alle Studierfähigen die Chance auf einen Studienplatz haben. Wir müssen die Bugwelle steigender Studienberechtigtenzahlen nutzen und mehr Schulabgänger für ein Studium in den MINT-Fächern gewinnen.

Die neuesten Zahlen der Kultusministerkonferenz (KMK) gehen von einem Anstieg der Zahl der Studienberechtigten bis 2020 um rund 1,1 Millionen gegenüber dem Niveau von 2003 aus. Dies sind sogar nochmals 670.000 mehr als von der KMK 2005 prognostiziert. Vor diesem Hintergrund ist es besonders erschreckend, dass bisher nicht einmal die von Bund und Ländern im Hochschulpakt von 2007 zugesagten zusätzlichen Studienplätze geschaffen wurden.

Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigen, dass der Aufbau von beispielsweise jährlich 20.000 zusätzlichen Studienanfängerplätzen über die kommenden fünf Jahre zeitversetzt zu Steuermehreinnahmen des Staates und höheren Einnahmen der Sozialversicherungen in Höhe von rund 7 Milliarden Euro pro Jahr führen könnte. Diese Mehreinnahmen lägen damit zehn mal höher als die Kosten für den Aufbau der Studienkapazitäten in Höhe von 700 Millionen Euro.


PRESSE - INFORMATION Nr. 068 / 2008, 6. August 2008
WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN