03.06.2007

HRK und BDA warnen: ‚Bachelor Professional’ kontraproduktiv für Transparenz und Durchlässigkeit!

Die Hochschulrektorenkonferenz und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitsgeberverbände kritisieren aufs Schärfste die Initiative der Wirtschaftsministerien der Länder, den ‚Bachelor Professional' als einen neuen Abschluss in der beruflichen Weiterbildung einzuführen. Hierüber wollen die Wirtschaftsminister auf ihrer Sitzung in Eisenach beschließen. Hochwertige Qualifikationen in der Bildung und Ausbildung sind entscheidend für die Zukunftsfähigkeit des Standortes Deutschland. „Dafür brauchen wir eine Vielfalt unterschiedlicher Angebote mit klar differenzierten Profilen. Mit dem Abschlussgrad ‚Bachelor/Master Professional’ werden die Ziele der Stärkung beruflicher Aus- und Weiterbildung und einer erhöhten Transparenz sowie Durchlässigkeit nicht nur nicht erreicht. Der Titel verwirrt und führt zu mangelnder Akzeptanz des Bachelor-Grades insgesamt“, erklärten HRK-Präsidentin Professor Margret Wintermantel und Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt anlässlich der Sitzung der Wirtschaftsministerkonferenz.

"Der ‚Bachelor' ist eindeutig ein Hochschulgrad, auch international," erläutert Professor Wintermantel. „Wir führen ihn gerade in Deutschland ein, und zwar mit großem Einsatz der Hochschulen und mit voller Unterstützung der Wirtschaft. Unsere Bemühungen, ihn als akademischen Abschluss zu etablieren, werden konterkariert, wenn die Wirtschaftsminister einem nicht-akademischen 'Bachelor' zustimmen." Auch das mit dem ‚Bachelor Professional’ avisierte Ziel, die Wertschätzung für Berufsbildungsabschlüsse, auch international, zu erhöhen, wird durch eine schlichte Etikettierung nicht erreicht, erklärt Arbeitgeberpräsident Dr. Hundt. „Unternehmen werden endgültig die Übersicht verlieren. Ein ‚Bachelor Professional' wertet die Berufsbildung nicht auf, sondern sorgt dafür, dass ‚Bachelor' nichts mehr aussagt."

Der Zusatz ‚Professional' soll laut den Vorschlägen an die Wirtschaftsminister den Bachelor der Berufsbildung klar von den Hochschul-Bachelors abgrenzen. „Das funktioniert natürlich nicht, und letztlich nutzen diejenigen, die die Idee eines 'Bachelor Professional' eingebracht haben, diese Verwechslung ja gerade," kritisieren Wintermantel und Hundt. „Damit wird eine Gleichartigkeit vorgespielt, die es nicht gibt und die dem besonderen Wert der Berufsbildung nicht gerecht wird. Mehr und leichtere Anschlussmöglichkeiten zwischen der beruflichen Fort- und Weiterbildung und den Bachelor- und Masterstudiengängen herzustellen, ist ein sehr wichtiges Ziel, das wir gemeinsam verfolgen. Dies kann jedoch nicht über Titel, sondern nur über den Vergleich von Kompetenzen erreicht werden, sagten Wintermantel und Hundt.

PRESSE - INFORMATION Nr. 45 / 2007, 03.06.2007
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