19.03.2009

Tatsächliche Ursachen von Lohnunterschieden angehen

Ursache für Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern ist nicht, dass gleiche Arbeit beim gleichen Arbeitgeber unterschiedlich entlohnt wird. Das ist schon nach geltendem Recht unzulässig. Neuer gesetzlicher Aktionismus ist daher überflüssig.

Lohnunterschiede begründen sich aus unterschiedlichen Erwerbsbiografien von Frauen und Männern. Frauen entscheiden sich oft für geringer entlohnte Berufe als Männer oder weisen aufgrund längerer familienbedingter Erwerbsunterbrechungen, gekoppelt mit der Ausübung einer Teilzeittätigkeit, weniger Berufserfahrung auf. Die für Deutschland ermittelte Lohndifferenz von 23 % wird ohne Einbezug dieser Faktoren ermittelt und stellt lediglich einen rein statistischen Durchschnittswert dar. Es ist deshalb falsch zu behaupten, alle Männer würden bei gleicher Tätigkeit ein deutlich höheres Einkommen als Frauen beziehen.

Die BDA setzt sich mit Nachdruck dafür ein, die tatsächlichen Ursachen für Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen anzugehen. Besseren Voraussetzungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Chancengleichheit im Erwerbsleben insgesamt kommen dabei eine Schlüsselrolle zu. Die BDA unterstützt daher mit einer Vielzahl von Initiativen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und wirbt dafür, dass junge Frauen vermehrt ihre beruflichen Karrierechancen auch in naturwissenschaftlichen und technischen Bereichen wahrnehmen und sich so bessere Verdienstmöglichkeiten erschließen. Darüber hinaus bleibt aber auch die Politik weiterhin gefordert: Vor allem muss der beschlossene, flächendeckenden Ausbau einer qualitativ hochwertigen Kinderbetreuung endlich voran gebracht werden, um mehr Frauen eine Vollzeitbeschäftigung und den beruflichen Aufstieg zu ermöglichen.


PRESSE - INFORMATION Nr. 022 / 2009, 19. März 2009


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