28.02.2008

Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt: Arbeitsmarktperspektiven für Langzeitarbeitslose nutzen

Zu den heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen erklärte Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt:

Der anhaltende Aufwärtstrend bietet auch geringer Qualifizierten und Langzeitarbeitslosen zunehmend mehr Beschäftigungsperspektiven. Selten waren in den letzten Jahren die Chancen für Arbeitslose größer, einen neuen Job zu finden: Nach den dazu aus Nürnberg veröffentlichten Daten ist die Zahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse für einfache Tätigkeiten im konjunkturellen Aufschwung kräftig gewachsen. Es müssen jetzt alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, offene Stellen in diesem Bereich schnell zu besetzen und Langzeitarbeitslosigkeit nachhaltig abzubauen. Nach wie vor funktioniert die Aktivierung im Hartz IV-Bereich allerdings nur unzureichend. Hier sind drei Jahre nach In-Kraft-Treten der Reformen substanzielle Änderungen un-umgänglich.

Wichtig ist dazu vor allem auch, die Mischzuständigkeiten für das Arbeitslosengeld II zügig zu beenden und eine dauerhaft tragbare Lösung mit klaren, möglichst dezentralen Verantwortlichkeiten für die Betreuung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen zu entwickeln. Dazu ist ein im Ergebnis zentral aus dem Bundesarbeitsministerium gesteuertes "Bundessozialamt" der falsche Weg. Die Aufgabe sollte den Kommunen übertragen werden, die allein die notwendigen, vermittlungsunterstützenden Angebote wie Sucht- oder Schuldnerberatung unterbreiten können. Eine enge Kooperation mit den Agenturen für Arbeit, aber auch mit privaten Dienstleistern im Vermittlungsgeschäft ist dabei sinnvoll.


PRESSE - INFORMATION Nr. 017 / 2008, 28. Februar 2008
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