19.01.2007

Arbeitgeber fordern neue gemeinsame Anstrengung in der Schulpolitik

Um die hohe Zahl der Schulabbrecher spürbar zu senken, ist eine gemeinsame Initiative aller Länder und des Bundes unumgänglich. Nur mit einer massiven Qualitätsverbesserung bei den unteren Leistungsgruppen wird auch das Gesamtniveau an der Schule steigen, sagte Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt zum Amtsantritt des neuen Präsidenten der Kultusministerkonferenz, Senator Prof. Dr. Jürgen Zöllner, heute in Berlin.

Die Arbeitgeber unterstützen die Ankündigung von Bundesministerin Annette Schavan, die Zahl der Schulabbrecher bis 2012 zu halbieren, nachdrücklich. Wir brauchen quantifizierbare Ziele als konkrete Orientierung des bildungspolitischen Handelns und als Messlatte des Erfolgs, unterstrich Hundt.

Anschauliches praxisnahes Lernen ist zur Motivation lernschwacher oder schulmüder Jugendlicher besonders wichtig. Auch deshalb sind die Arbeitgeber in der SCHULEWIRTSCHAFT -Arbeit aktiv. In rund 450 regionalen Arbeitskreisen kooperieren Betriebe und Schulen, um den Schülern gemeinsam Ausbildungs- und Berufsfähigkeit zu vermitteln. Frühzeitig einsetzende und betriebsnahe Förderkonzepte sind preiswerter und effzienter als spätere milliardenschwere Reparaturmaßnahmen, erklärte Hundt.

Ich setze aktuell auf ein bedarfsdeckendes Angebot an Praxisklassen. Sie sehen eine gezielte Förderung leistungsschwacher Schüler vor und verbinden in den letzten Hauptschuljahren das Lernen in der Schule mit Praxisphasen im Betrieb. Die Praxis wirkt auf schulmüde Jugendliche motivierend und damit lernfördernd, so dass die Chancen auf einen Schulabschluss und eine Lehrstelle steigen. Hierfür soll unter Federführung der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeinsam mit BDA, BMBF, KMK und DGB das Projekt „Praxisklassen plus“ umgesetzt werden, in dem Schulunterricht mit Praxisphasen im Betrieb und mit einer flankierenden Begleitung der Jugendlichen kombiniert werden. Die Länder müssen aber in der Verantwortung bleiben, die Ausbildungsreife der Schulabgänger sicherzustellen, betonte der Arbeitgeberpräsident.

PRESSE - INFORMATION Nr. 7 / 2007, 19.01.2007
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