07.01.2008

Lebenslanges Lernen darf nicht Leerformel bleiben

Der Bedarf an wissenschaftlicher Weiterbildung für Berufspraktiker als Bestandteil lebenslangen Lernens wächst. Hochschulen und Unternehmen werden sich gemeinsam dafür engagieren, dass deutlich mehr passgenaue und zielgruppenorientierte Angebote entwickelt werden als bisher, erklärten die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Prof. Dr. Margret Wintermantel, und der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Dr. Dieter Hundt. In einem gemeinsamen Positionspapier haben BDA, BDI und HRK Entwicklungschancen und -hindernisse der wissenschaftlichen Weiterbildung analysiert und einen 7-Punkte-Plan vorgelegt.

Viele Fach- und Führungskräfte werden künftig nach einem breit angelegten Bachelor-Studium und einem frühen Berufseinstieg noch dringender als bisher wissenschaftliche Weiterbildungen benötigen. Gleichzeitig werden die demografische Entwicklung und das Altern der Beleg-schaften in den Unternehmen die Nachfrage nach Weiterbildung in den Hochschulen steigen lassen. Die Chance, die sich gerade aktuell durch den Bologna-Prozess bietet, muss entschlossen genutzt werden. Zwar sind 15 % der Masterstudiengänge in Deutschland weiterbildend ausgelegt, aber im internationalen Vergleich wird die Bedeutung der wissen-schaftlichen Weiterbildung - auch außerhalb von Studiengängen - in Deutschland immer noch unterschätzt. In Finnland beispielsweise übersteigt die Zahl der an hochschulischen Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmenden Erwachsenen inzwischen die Zahl der Bachelorstudierenden um ein Drittel.

Das Hochschulrahmengesetz des Bundes und die Landeshochschulgesetze definieren die wissenschaftliche Weiterbildung als eine der Kernaufgaben der Hochschulen. Gleichzeitig jedoch bremsen rechtliche Rahmenbedingungen die Hochschulen im zielgerichteten und sinnvollen Ausbau ihrer Weiterbildungsangebote. Sie müssen für marktgängige Weiterbildungsangebote auch marktorientierte Einnahmen erzielen und weiterverwenden sowie ihr Personal zu angemessenen Bedingungen einsetzen können.

Die Hochschulen werden aus ihren forschungsstarken Bereichen heraus zielgruppenorientierte Weiterbildungsangebote entwickeln und Strukturen für die Qualitätssicherung und die Vermarktung auf- oder ausbauen. Unternehmen und Hochschulen finden sich in regionalen Netzwerken zusammen, um sich über Weiterbildungsbedarfe zu verständigen.


PRESSE - INFORMATION Nr. 001 / 2008, 7. Januar 2008
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