Arbeitskosten

BDA-Kommission „Zukunft der Sozialversicherung – Dauerhafte Begrenzung der Beitragsbelastung“ hat ihre Arbeit aufgenommen

Mit durchschnittlich rund 35 Euro je geleistete Arbeitsstunde lag Deutschland bei den Arbeitskosten in der gewerblichen Wirtschaft im Jahr 2018 um rund 32 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Insbesondere die gesetzlich verursachten Lohnzusatzkosten stellen eine Belastung für Unternehmen und Arbeitsplätze dar.
Der Gesamtbeitragssatz für die vier zentralen Zweige der Sozialversicherung liegt derzeit noch bei knapp 40 Prozent. Ohne einschneidende Reformen werden die Sozialbeiträge bis 2040 auf fast 50 Prozent steigen (Prognos 2017). Die BDA-Kommission Zukunft der Sozialversicherung – ein Gremium aus Wissenschaft und Repräsentanten der BDA-Mitgliedsverbände unter dem Vorsitz von Herrn Prof. Dr. Werding – hat das Ziel herauszuarbeiten, weshalb und in welcher Höhe eine Begrenzung der lohnbezogenen Belastung durch Sozialversicherungsbeiträge erforderlich ist. Sie soll politisch vermittelbare, mittel- und langfristig wirkende Maßnahmen für eine Begrenzung der lohnbezogenen Belastung durch Sozialversicherungsbeiträge erarbeiten. Dabei soll sowohl die langfristige Finanzierbarkeit der Sozialversicherung als auch eine ausreichende soziale Sicherung nachhaltig gewährleistet sein. Die Sozialbeiträge fließen als wesentlicher Anteil in die Arbeitskosten ein. Eine dauerhafte Begrenzung der Sozialbeiträge ist notwendig, um dem stetigen Anstieg der Arbeitskosten entgegenzuwirken und die preisliche Wettbewerbsfähigkeit nicht zu gefährden.

Standort Deutschland noch immer zu teuer

Mit durchschnittlich rund 35 Euro je geleistete Arbeitsstunde lag Deutschland bei den Arbeitskosten in der gewerblichen Wirtschaft im Jahr 2018 um rund 32 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Auch bei den Lohnzusatzkosten liegt Deutschland über dem EU-Durchschnitt. Die gesetzlich verursachten Lohnzusatzkosten als Teil der Arbeitskosten wirken dabei wie eine „Strafsteuer auf Arbeit“, soweit zusätzlichen Beiträgen keine zusätzlichen Leistungsansprüche gegenüberstehen.



Arbeitskosten haben einen hohen Einfluss auf die Attraktivität eines Landes als Standort für Unternehmen. Ihre Höhe bestimmt die Rentabilität von Investitionen entscheidend mit. Je geringer das Arbeitskostenniveau ist, umso größer sind die Chancen, dass Unternehmen bei vergleichbaren Rahmenbedingungen in diesem Land investieren.

Der überwiegende Teil der Arbeitskosten wird durch Vereinbarungen der Tarif- und Arbeitsvertragsparteien bestimmt. Erfreulicherweise verfolgen die Tarifparteien seit mehreren Jahren eine insgesamt beschäftigungsorientierte Lohnpolitik. Durch sie hat sich die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft im internationalen Vergleich deutlich verbessert. Um diesen Erfolg nicht zu verspielen, muss der eingeschlagene Kurs moderater Lohnabschlüsse fortgesetzt werden.
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