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MINT Zukunft schaffen

Gut qualifizierte Menschen sind die entscheidende Voraussetzung dafür, dass Deutschland langfristig wettbewerbs- und innovationsfähig bleibt. Der Mangel an Nachwuchs in den MINT-Qualifikationen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) gefährdet den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die MINT-Arbeitskräftelücke, die sich aus der Differenz der Vakanzen und der Arbeitslosigkeit im MINT-Segment berechnet, lag im August 2018 bei 332.800 Personen, davon rd. 35 % mit akademischem und 65 % mit beruflichem Abschluss. Während die Engpässe bei den akademischen MINT-Qualifikationen bis zum Jahr 2020 auch durch die Erfolge bei den Studierendenzahlen beherrschbar werden dürften, entwickeln sich die Engpässe bei den beruflich qualifizierten MINT-Kräften zu einer Wachstumsbremse. Es gehen deutlich mehr Fachkräfte in Rente, als aus dem System der beruflichen Bildung nachrücken können.

Gemeinsame Plattform für MINT geschaffen

Die Wirtschaft leistet einen erheblichen Beitrag für die Sicherung des Fachkräftenachwuchses im MINT-Bereich. Ihr Engagement ist vielfältig. Die 2008 von BDA und BDI ins Leben gerufene Initiative „MINT Zukunft schaffen“ bietet den vielen erfolgreichen MINT-Einzel-Initiativen eine gemeinsame Plattform. Das Netzwerk zählt inzwischen mehr als 1.100 Initiativen und Projekte der Unternehmen und Verbände und wird von Schülern, Studierenden, Lehrern sowie Eltern über das MINT-Portal (www.mintzukunft.de) kontinuierlich nachgefragt. Die Partner der Initiative investieren durch Manpower und Sachmittel rd. 100 Mio. € jährlich für die Unterstützung der quantitativen und qualitativen Verbesserung der MINT-Ausbildung an Schulen und Hochschulen.

Mehr junge Menschen für MINT gewinnen

Konkrete Schritte sind notwendig, um den Fachkräftebedarf im MINT-Bereich mittelfristig zu decken. Politik und Hochschulen müssen alles tun, um die Studienabbrecherquote in den MINT-Fächern deutlich zu senken, z. B. durch eine verbesserte Betreuungsquote und zusätzliche Brückenkurse, die den Übergang von Schule zu Hochschule erleichtern. Darüber hinaus muss es gelingen, mehr internationale Absolventen deutscher Hochschulen mit einer MINT-Qualifikation für einen Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt zu gewinnen. Im beruflichen Bereich sind insbesondere die Potenziale junger Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung verstärkt zu erschließen. Auch bei den Schulen müssen konkrete Schritte unternommen werden: Die BDA fordert, dass alle Schüler neben Mathematik zwei weitere naturwissenschaftlich-technische Fächer bzw. Informatik durchgehend bis zum Schulabschluss belegen, dass die naturwissenschaftlich-technische Elementar- und Primarbildung gestärkt und dass die MINT-Lehreraus- und -weiterbildung reformiert wird. Generell ist durch einen Ausbau der Berufsorientierung an den Schulen, insbesondere bei Schülerinnen, stärker für eine MINT-Berufsausbildung zu werben. Dies gilt vor allem für die Gymnasien.

Mit MINT-Botschaftern und MINT-Report zum Erfolg

Mehr als 18.000 Botschafterinnen und -Botschafter werben bereits für MINT. Sie wecken im Rahmen von Diskussionen oder Betriebsbesichtigungen bei Schülerinnen und Schülern Begeisterung für MINT und informieren als gefragte Technologieexperten über die attraktiven Berufseinstiege und Karrierewege für Absolventinnen und Absolventen von MINT-Ausbildungs- und Studiengängen. Ebenso stehen die Botschafterinnen und Botschafter für Studierende als Mentoren, Lehrende und Ansprechpartner für alle Fragen rund um MINT zur Verfügung. Daten, Zahlen und Fakten der aktuellen MINT-Arbeitsmarktsituation („MINT-Lücke“) werden monatlich in Zusammenarbeit mit dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) veröffentlicht. Halbjährlich wird im Frühjahr sowie im Herbst ein umfassender Report zur zukünftigen MINT-Arbeitsmarktentwicklung sowie zur Entwicklung der Qualität und Quantität der MINT-Bildung in Schulen und Hochschulen vorgelegt. Damit misst die BDA einerseits die Wirksamkeit der MINT-Aktivitäten der deutschen Wirtschaft und andererseits, ob in Politik, Schulen und Hochschulen die notwendigen Änderungsprozesse erfolgt sind und fruchten.

Prominente Schirmherrschaft und entschlossene Förderer

Schirmherrin von „MINT Zukunft schaffen“ ist Bundeskanzlerin Merkel. Die Haupt-Förderer von „MINT Zukunft schaffen" sind die Deutsche Telekom AG, GESAMTMETALL – die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie, der Bundesarbeitgeberverband Chemie BAVC, das Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft (BWV), das IW Köln sowie der VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik.

Initiativen der BDA
  • Deutscher Arbeitgeberpreis für Bildung 2017 in Kooperation mit der Deutsche Bahn AG und der Deutsche Telekom AG unter dem Motto: „Entwickle Deine Zukunft!“ Mädchen und Frauen für Technik und Digitalisierung begeistern
  • Deutscher Arbeitgeberpreis für Bildung 2015 in Kooperation mit der Deutsche Bahn AG und der Deutsche Telekom AG unter dem Motto „Anforderungen des digitalen Zeitalters – Konzepte für ein zukunftsfähiges Lernen“
  • MINT Zukunft schaffen“ – Die Initiative der deutschen Wirtschaft, u. a. Mitinitiator der jährlichen Nationalen MINT Gipfel (zuletzt im Juni 2018) sowie Mitgründer des Nationalen MINT Forums
  • Halbjährliche Veröffentlichung des vom IW Köln erarbeiteten MINT-Reports gemeinsam mit Gesamtmetall und „MINT Zukunft schaffen“

Wettbewerbsfähigkeit durch MINT-Arbeitskräftelücke gefährdet

Fachkräfteengpässe sind Wachstums- und Innovationsbremsen. Der Engpass an naturwissenschaftlich-technisch qualifizierten Fachkräften in Deutschland ist kein konjunkturelles, sondern ein strukturelles Problem, das einen hohen Wertschöpfungsverlust für die deutsche Volkswirtschaft verursacht.


Quelle: IW Köln, BA, verschiedene Jahre; eigene Darstellung


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Ansprechpartner

BDA | DIE ARBEITGEBER
Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände

Bildung | Berufliche Bildung
T +49 30 2033-1500
Dezember 2018